Samstag, 22. Juli 2017

Auf dem Sofa: Februar 2009

Am 5. Februar kommt mit der Post wieder ein ganzer Berg Bücher, so MARY ELLEN JORDAN HAIGHT: SPAZIERGÄNGE DURCH GERTRUDE STEINS PARIS (aus dem Amerikanischen von Karin Polz, Arche Zürich 1989). Hinten bisschen zerdatscht. Fünf Spaziergänge durch Paris, Rive Gauche. Sehr schöne Luftaufnahme von der Ile de la Cité und der Rive Gauche. Viele Fotos, so viele Leute! Und alle lebten und arbeiteten in Paris. Ansteckend lebendig. Das ist jetzt Berlin(?). » Weiter im Text

Robert Ferguson, Knut Hamsun

ferguson_hamsun2Leben für Romane leben
Was unterscheidet einen Entwicklungsroman von einer Biographie? Beides sind Lebensgeschichten und evozieren die gleiche Intensität eines imaginierten Lebens – vorausgesetzt, man interessiert sich für den Protagonisten. Die 600-seitige Biographie Knut Hamsuns gelangte über den „Oh, über den wollte ich immer schon was wissen, kann ich das ausleihen“-Leseweg auf den Nachttisch und in die Rucksackvordertasche. Und dann opfert man viele Stunden der eigenen Biographie, um sich durch diesen Lebensroman zu lesen. » Weiter im Text

Unbeliebte Satzzeichen, Teil 1

Satzzeichen sind etwas Wunderbares. Ohne sie würde ein Text dahinplätschern wie das Gerede eines Menschen der weder Punkt noch Komma kennt und vom Hundertsten ins Tausendste kommt und dazwischen auch noch abschweift wobei man ganz aus den Augen verliert um was es eigentlich geht und was der Haupt- und was der Nebengedanke ist. » Weiter im Text

Die gastronomische Selbstinszenierung in der Sprache

Fertigpizza

Beim Blättern in einem alten Kochbuch ist mir neulich aufgefallen, wie sehr sich die kulinarische Sprache verändert hat. Der Schweinsbraten mit Knödel und Rotkraut ist heutzutage genauso ausgestorben wie die Fleischbrühe mit Maultaschen. «Braten vom Schwein und Basilikum-Pistazien-Knödel im Rotkrautnestchen an Balsamico-Reduktion» würde es heute heißen und «Maultaschen-Carpaccio an Brühe vom Rind». » Weiter im Text

Zadie Smith, The Autograph Man

Zadie Smith 41 Seiten
Die ersten 41 Seiten des Prologs. Nicht das Buch, das noch 378 weit weniger phantastische Seiten hat. Sondern diesen so genauen und gleichzeitig alle inneren Organe erwärmenden Blick auf Dinge und Menschen, den Zadie Smith auch in ihren anderen beiden Romanen, White Teeth (2000) und On Beauty (2005), zeigt. Hier hat es nur für 41 Seiten gereicht. Ist das genug? » Weiter im Text

Nachdenken über Wörter

Das Herkunftswörterbuch des Duden verrät, das Wort «Neger» sei im 17. Jahrhundert erstmals in deutschen Texten aufgetaucht. Es stammt vom lateinischen «niger», «schwarz» ab. Schwarz wiederum ist verwandt mit der Sippe von lat. «sordere», was so viel wie «schmutzig sein» beziehungsweise «dunkel, schmutzfarbig» bedeutet. Die negative Bedeutung schwingt in vielen Ausdrücken und Redewendungen mit (anschwärzen, Schwarzmarkt, sich schwarz ärgern, Schwarzarbeit, schwarze Liste, schwarzes Schaf usw.). » Weiter im Text