Freitag, 24. November 2017

Norbert Gstrein, Die Winter im Süden [2]

Gstrein_Die Winter im SüdenAquarelle und paarungswillige Weibchen
Ein Urteil, mit dem man ein ganzes Buch zu diskreditieren droht, drängt sich zunächst beim Lesen auf: ein chauvinistischer Roman. Das ist allerdings nicht gleich zu erkennen, denn geschlechtsdemokratisch wird aus zwei Perspektiven berichtet: von der in Wien lebenden Kroatin Marija und dem nach Buenos Aires geflüchteten österreichischen Polizisten Ludwig. Es waltet also Parität in männlicher und weiblicher Perspektive, auch ist Norbert Gstrein ein viel zu guter Erzähler, um bei diesem Perspektivwechsel grössere Fehler zu begehen – was ist es also? » Weiter im Text

Norbert Gstrein, Die Winter im Süden [1]

Gstrein_Die Winter im SüdenDas Zwischenmenschliche als Kampfhandlung
Dies ist eine Geschichte von Vater und Tochter. Sie haben sich zum letzten Mal Ende des Zweiten Weltkrieges gesehen, als sie mit ihrer Mutter aus Kroatien nach Österreich flüchtete. Seitdem glaubt sie, dass er tot ist. Er hat sie ein Leben lang in diesem Glauben gelassen … Können Vater und Tochter unter solchen Umständen wieder zueinander finden? » Weiter im Text

Murat Uyurkulak, Zorn

Uyurkulak, ZornBerauschte Buchstaben
Ein tolles Buch. Ein verwirrendes Buch. Ein spannendes, lustiges, trauriges Buch, in dem man sich verlieren kann wie in einem Labyrinth, auf das man sich freuen kann wie auf einen Freund und dessen Buchstaben riechen, schmecken und leuchten, krachen und bluten, singen und lachen. » Weiter im Text

Henning Mankell, Der Chinese

mankell_chineseEin Abgesang
Ich habe sie verschlungen: «Mörder ohne Gesicht», Die weiße Löwin», «Die Brandmauer», «Die fünfte Frau», «Die falsche Fährte», «Tiefe». Ich mochte diese Krimis. Gnädig sah ich über Wallanders deprimiertes Gemüt und sein Alles-wird-immer-schlimmer-Gerede hinweg, denn die Fälle, die es zu lösen galt, waren spannend. » Weiter im Text

Christian Scholz, Schweizer Wörter

Scholz_Schweizer WörterWas einer meint, wenn er was sagt
In der Schweiz leben viele Deutsche, was gerne kommentiert wird, auch in Buchform: «Gebrauchsanweisung für die Schweiz», «Grüezi und Willkommen» und wie sie alle heißen, immer geht es um den feinen Unterschied, und nicht selten wird auf Klischees herumgeritten, anstatt sie differenziert zu betrachten. In der Zwischenzeit wissen wir, dass «die Deutschen» laut und unhöflich und «die Schweizer» zurückhaltend und verklemmt sind. » Weiter im Text

Daniel Kehlmann, Ruhm [2]

kehlmann_ruhmjpg Wunsch nach alten fetten Nebelmaschinen

Wettangebot in den weiten Raum der Rezension: in jeder Besprechung wird von einem „intelligenten“ Buch die Rede sein. Ja, um einen Aussagesatz reich-ranickischer Vehemenz - „Ein intelligentes Buch!“ – kommt man gar nicht herum, wenn man die sorgfältig konstruierten, geradezu etüdenhaft ausgeführten Erzählungen Kehlmanns in zwei sorgfältigen Lesestunden, ja was, wegarbeitet, wegkaut, absortiert. » Weiter im Text

Auf dem Sofa: März 2009

Drei Bücher von Wagenbach, die eine Weile unausgepackt, unangesehen, ungehuldigt, bei der Post lagen, ehe ich sie heute, am 2. März, nach ein paar Tagen der Abwesenheit und des Nicht-wann-die-Post-offen-hat-da-sein-Könnens endlich abholen und aus der viel zu großen Verpackung, in der sie beim Transport nur so hin und her geflogen sein müssen, befreien konnte: NATALIA GINZBURG: ANTON ČECHOV – EIN LEBEN » Weiter im Text

Daniel Kehlmann, Ruhm [1]

kehlmann_ruhmjpgDaniel Kehlmann muss man nicht vorstellen. Mit seinem Erfolgsbuch «Die Vermessung der Welt», bisher in über vierzig Sprachen übersetzt, hat er die eigene Messlatte sehr hoch gehängt. In seinem vor kurzem erschienenen 200-Seiten-Roman «Ruhm» umschifft er mit (oder trotz?) seiner eleganten Prosa viele der Erwartungen, die sich mit diesem Buch-nach-dem-Welterfolgroman verbanden. » Weiter im Text