Freitag, 24. November 2017

Leseüberblicke und der Wunsch, nie zu müde zu sein

Irgendwann hatte ich angefangen mir einzureden, ich müsse in der eigenen Lektüre  Überblicke herstellen. Nun aber mal Balladen. Oder: Wiener Moderne. DAS WERK von Thomas Pynchon. Im Fokussieren auf ein Genre, eine Nationalliteratur, eine Epoche oder einen Autor schien mir das Lesen gewissermassen einen Extrawert zu bekommen. Bildungsambitionen und Vergesslichkeitsgründe waren nur zwei Elemente dieser fixen Idee. » Weiter im Text

Natascha Wodin, Nachtgeschwister

nachtgeschwisterIch-Erzählerin gegen Helden
Eines der sinnvollen, mittlerweile fest verankerten literaturwissenschaftlichen Dogmen ist, dass Autorbiographie und literarischer Text voneinander zu trennen sind. Was immer man „als echt“ im Buch wieder zu erkennen vermeint, wie sehr man dem Autor mit penetranten Wie-ist-es-denn-nun-wirklich-gewesen-Fragen auf die private Pelle rücken möchte: es empfiehlt sich, die Schnauze zu halten. » Weiter im Text

Christoph Schneider, Rilke sieht fern

Umschlag_Schneider.inddMit Haltung fern sehen
Fast jeder tut es, meistens ein bisschen verschämt, und ohne schlechtes Gewissen tagsüber nur, wenn draußen ein Schneesturm tobt und ohnehin alles egal ist oder man todkrank im Bett liegt. Eigentlich soll man es nicht länger als eine Stunde am Tag tun und wenn es schon sein muss Arte und 3Sat statt RTL und VOX. «Was hast du gestern gemacht?» – «Bin vor der Glotze versumpft.» Was Langweiligeres gibt es nicht! » Weiter im Text

Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän

frisch_holozanWas man weiss, wenn man liest
Was bedeutet Wissen in der Literatur? Wer darauf eine schlüssige Antwort weiss, bekommt Bier und ein Buchpaket. Schon das Genre Sachbuch stellt in diesem Zusammenhang eine schwierig zu bewältigende Herausforderung dar, obwohl das hier vermittelte Wissen vermeintlich objektiv, nachprüfbar und übersichtlich dargestellt ist. Bei einem Roman allerdings, der mit Fiktionen operiert, die jedoch ganz zweifellos ebenfalls empirisch wahr sein können, erscheint die simple Frage nach dem Wissen, das innerhalb dieser Fiktion vermittelt wird, unlösbar. » Weiter im Text

Auf dem Sofa: April 2009

1. April: ELSE LASKER-SCHÜLER: BRIEFE 1937–1940 (bearbeitet von Karl Jürgen Skrodki und Andreas B. Kilcher, Bd. 10 der Werkausgabe, Jüdischer Verlag 2009). Heute sind die Fahnen gekommen, 26 Bögen. 606 Seiten, davon die Hälfte Anmerkungen. Eine Heidenarbeit. Und nach der Lektüre von Editorischer Notiz und einigen der ersten Briefe zu urteilen, wohl auch kein ganz großes Vergnügen. » Weiter im Text

Masako Togawa, Schwestern der Nacht

Schwestern der NachtMörderisches aus dem Land der Kirschblüten
Wer hat schon einmal einen japanischen Krimi gelesen? Eben. Schön, dass der Krimi von Masako Togawa, 1963 veröffentlicht und 1990 im Goldmann Verlag publiziert, nun vom Unionsverlag wieder verlegt wird. » Weiter im Text