Freitag, 24. November 2017

Luo Lingyuan, Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!

lingyuanDie Freiheit des Einzelnen gibt es nicht
Luo Lingyuan, 1963 in der Volksrepublik China geboren, lebt seit 1990 in Berlin. In ihrem 2005 erschienenen Erzählband beschreibt sie aus verschiedenen Perspektiven die Eingriffe des chinesischen Staates in die Privatsphäre und Lebensplanung der Menschen. Es wird aus der Sicht der Opfer geschrieben, die für eine verbotene «Nachtparty» im Studentenwohnheim von der Universität fliegen oder für die Missachtung der Ein-Kind-Politik gezwungen werden, noch kurz vor der Geburt abzutreiben. » Weiter im Text

Roberto Bolaño, Der unerträgliche Gaucho

Gaucho

Liebe Stein,
gerne würde ich mit dir in eine ausführliche briefliche Debatte über Bolaño eintreten, denn ich glaube hier auf einen jener Autoren gestoßen zu sein, die einen sehr lange begleiten. Der «unerträgliche Gaucho» allerdings ist, da gebe ich dir recht, ein großes Rätsel – und nicht unbedingt eines von den beglückenden, sondern eines von denen, die Kraft und Durchhaltewillen vom Leser fordern » Weiter im Text

Roberto Bolaño, Der unerträgliche Gaucho

GAuchoLiebe Silberberg,
was soll man nur von diesem Buch halten? Im Laden war ich so angetan von dem hübschen Umschlag, auf dem ein schreiender Cowboy auf einem Pferd zusammen mit einem Vogelschwarm durch den Himmel reitet. Und als ich anfing, die Geschichten zu lesen, war ich weiter angetan, oder müsste ich besser sagen: angenehm irritiert? Denn Bolaño, das erkannte ich ziemlich bald, führt einen ganz schön an der Nase herum. » Weiter im Text

Anthony McCarten, Hand aufs Herz

handaufsherzWer am längsten die Hand ans Auto hält, gewinnt es. Es gelten strenge Regeln (alle zwei Stunden fünf Minuten Pause, man darf sich nicht ans Auto lehnen, nicht sitzen und nicht schlafen) und es winkt ein Eintrag ins Guinnesbuch der Rekorde. Eine makabre Ausgangssituation. » Weiter im Text

Auf dem Sofa: August 2009

Das ist eine Vorwegnahme – und weil also eigentlich schon September, kommt sie hier vorneweg (und nicht chronologisch nach den ganzen ZEHs) – ein Fest, eine Feier, ein Rausch: die erste Gesamtübertragung von WALT WHITMANs

  • Walt Whitman

  • (Mal ein WHITMAN-Foto, auf dem WHITMAN nicht wie WHITMAN aussieht, also nicht uralt, mit diesem Schlapphut und von einem brustlangen Bart umwallt – aufgenommen hat das à la russe wirkende Bild der Fotograf Feinberg, und zwar 1854, da war WHITMAN 35 Jahre alt und saß am Satz der Erstausgabe seiner LoG, die ein Jahr später in New York erschien.) » Weiter im Text

    Esma A. Dil/Ariane Sommer, Foreign Affairs

    Foreign AffairsDie Verführungen der Schlange
    Dieses Buch zu lesen macht Spaß. Es liegt mit seiner imitierten Schlangenhaut verführerisch in der Hand und passt in jede noch so tussige Designerhandtasche, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Äußerlich ruft das Buch Klischees ab. Inhaltlich konfrontiert es mit Klischees: es handelt von selbstbewussten, gut ausgebildeten, gut aussehenden, unabhängigen modernen Frauen, aus deren Perspektive erzählt wird und die von zwei Frauen erschaffen wurden. Die Biografien der beiden Autorinnen lesen sich ähnlich wie die Biografien ihrer Heldinnen. » Weiter im Text