Montag, 11. Dezember 2017

Über das Vorlesen von Bilderbüchern

Das Vorlesen von Bilderbüchern kann eine ausnehmend ermüdende Angelegenheit sein. Tatsächlich gibt es einen nicht weiter aufsehenerregenden Zusammenhang zwischen plötzlich einsetzendem kieferausrenkenden Gähnen und dem dreiundfünfzigsten Vorlesen desselben Buches. Doch das, was Kinder daran so fasziniert, dreiundfünfzigmal oder dreihundertfünfzigmal dassselbe Buch anzuschauen, ist hier nicht Thema, sondern vielmehr das Lesen der Erwachsenen und der professionellen Leserin in einer Situation, in die man sonst selten kommt: die Lektüre ist unfreiwillig, speist sich aus Büchern, die man nicht ausgesucht hat und nie ausgesucht hätte, und wiederholt sich x-mal.

Am eindrücklichsten geschah dies bei Wo die wilden Kerle wohnen, der erste einer Reihe von Klassikern und der einzige, den ich bis heute auswendig aufsagen kann. Nach dutzendfacher, fünfzigfacher Lektüre hatte ich eine eigene Intonation entwickelt, die es erlaubte, das schreiende Kind auch mitten in der Nacht einzuschläfern, sobald man nur leise und geheimnisvoll begann: «An dem Abend, als Max seinen Wolfspelz trug, und nur Unfug im Kopf hatte, schalt seine Mutter ihn: ‹Wilder Kerl!»

Nach und nach, nach weiteren Dutzenden Lektüren, übertrug sich ein Gespür für die Dramaturgie des Textes und für die Übersetzung. Beim ersten Auftritt der wilden Kerle, versuchte ich mich jedesmal zu steigern in der Intensität der Wortwiederholungen und Alliterationen: «Und als er dort ankam, wo die wilden Kerle wohnen, brüllten sie ihr fürchterliches Brüllen/ und fletschten ihre fürchterlichen Zähne/ und rollten ihre fürchterlichen Augen/ und zeigten ihre fürchterlichen Krallen».

Dass ich aber jedes Mal einen Kloß im Hals hatte auf der letzten Seite des Buches, ist die einzige Konzession des Autors an den erwachsenen Vorleser: die Seite ist weiß, und es steht nur noch der letzte Halbsatz da, nämlich dass das Essen, das Max zuerst vorenthalten werden sollte, und das nun in seinem Zimmer steht, noch warm war. Dem kindlichen Zuhörer ist das hoch wie breit, die Bilder sind zuende, Max ist zurück und zu guter letzt Essen auf dem Tisch. Die Dimensionen von Raum und Zeit, von Kind- und Erwachsensein bleiben in diesem letzten Halbsatz und auf der allerletzten Seite dem Vorleser überlassen, und natürlich der professionellen Leserin, die denkt, was das für ein verdammt guter Schluss ist. In diesem Halbsatz und auf dieser letzten Seite manifestiert sich die Qualität Sendaks, jene Eigenschaft der wirklich guten Kinderbuchautoren, in mehrlei Hinsicht für Erwachsene und Kinder lesbar zu sein (wie mies im Vergleich dazu die ersten Minuten der Verfilmung von 2009, in der Maxens offensichtlich alleinerziehende Mutter bei Kerzenschein und skandalöserweise auch noch weintrinkend, mit einem Date im koitalen Vorstadium herumturtelt, so dass das offensichtlich vernachlässigte Kind sich in die Welten der Phantasie begeben muss. Die Holzhammerdramaturgie des  - amerikanischen – Films braucht einen moralischen Grund, weshalb Max zu den wilden Kerlen aufbricht, derweil im Buch klar und einfach ein Wald in seinem Zimmer zu wachsen beginnt, nachdem er ohne Essen ins Bett geschickt wurde).

Ganz anders in dieser Hinsicht Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte, eines der wenigen Bücher, die ich selber ausgesucht hatte und am liebsten immerzu vorgelesen hätte: Es handelt von titelgebender kleiner Eule, die so gerne ins Bett gehen möchte, aber von ihren Eltern, ausgewachsenen Nachteulen, daran gehindert wird. Sie muss noch auf den Waldspielplatz gehen, eine Burg bauen, Skateboard fahren und soll gefälligst nicht immer fragen, wann sie endlich ins Bett dürfe. Ästhetisches, professionelles und auch das Bedürfnis, sich einer unsichtbaren, imaginären Elterngemeinschaft zurechnen zu dürfen, die ihre Gören auch nicht ins Bett kriegt und mit dem Vorlesen dieses kleinen Eulenbuches zurückschlägt, werden hier befriedigt. Doch das eigene Kind ist nur so mittelmäß¡g begeistert, warum auch, ob nun das Eulenkind ins Bett möchte oder eigentlich die Euleneltern, spielt für es keine Rolle  - auf der Rollenumkehr allerdings basieren Idee und Witz des ganzen Buches.

Anders als bei Sendak, der den Erwachsenen gewissermaßen nur die letzte, weiße Seite widmet, ist die Kleine Eule von Augenzwinkern durchzogen, was nicht schlimm ist und das Buch nicht weniger hübsch macht, aber dem eigentlichen Leser, dem Kind, verborgen bleiben muss. Ahnt es das und legt es deswegen relativ schnell ad acta? Oder ist es doch schon alt genug, dass ihm die Problematik eines aufs Schlafen versessenen Nachwuchses korrekterweise nicht einleuchtet? Das Buch zielt genau auf die Altersgruppe, die noch nicht versteht, das sie hier ein ganz kleines bisschen auf den Arm genommen wird, und missfällt damit vielleicht einer der vielen, genau auf solch unhörbare Zwischentöne geeichten Antennen der Kleinen.

Andererseits: was hat es mit den Büchern auf sich, die so offensicht hahnebüchener Quatsch sind, hingegen dem Kind bis zum Exzess gefallen? Das Geheimnis von Herr von Quack in seinem Truck ist keines: das Cover wird dominiert von einem großen roten Auto, die einfachste Methode für einen Bilderbuchverlag, an kindliche Kunden zu kommen. Es geht um eine fette Gans, Herrn von Quack, der mitsamt seinen Einkäufen, einer Gemüsekiste, im Schlamm steckenbleibt, bis er mit der versammelten Hilfe von Frosch, Schaf und Ziegenbock das Auto befreien und weiterfahren kann, während die anderen «im Matsch versinken». Diese nicht nur in punkto des Zusammenhangs von Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit fragwürdige Geschichte ist gereimt, was in ungefähr der Methode eines roten Autos auf dem Cover entspricht, und für den professionellen Leser und Gedichtliebhaber meist besonders schwer zu ertragen ist. Aber ein Reim ist noch kein Gedicht und ein dem Fortgang der Geschichte dienlicher aa-Reim wie «Der Ziegenbock hat einen Plan:/ Bringt schnell das Tau am Kühler an!» wird dem Kind nicht dauerhaft der Spaß an Lyrik vergällen, jedoch:

Ganz grundsätzlich begreife ich den Witz der Geschichte nicht. Und frage mich, von Lektüre zu Leküre, immer neue Dinge: wie die Gans eigentlich an so einen fetten Cabrioschlitten kommt, zum Beispiel, und warum sie damit nichts als eine Gemüsekiste transportiert; wer auf die Idee gekommen ist, einen schnittigen Oldtimer mit offenem Verdeck als «Truck» zu bezeichnen  - die professionelle Leserin schaut im Impressum nach dem Originaltitel, der lautet tatsächlich Duck in the truck, wobei die ornithologische Unbestimmtheit mit der ästhetischen Unbestimmtheit des unförmigen weißen Vogels einhergeht, kurz, ob Ente oder Gans ist wurscht – und ob man andererseits eigentlich davon ausgehen kann, dass Englischkenntnisse und Pronuncierungsvermögen des todmüden Vorlesers den Reim vom Quack und Truck problemlos ermöglichen. Man muss auch nicht mit ökologischem Bewusstsein vorbelastet sein, um sich zu fragen, warum die Viecher in großen Autos unterwegs sein müssen – das Schaf fährt einen Geländewagen, und wenn das Buch nicht bereits 1999, sondern zehn Jahre später erschienen wäre, wären vermutlich alle im SUV unterwegs –, womit sie im Dreck steckenbleiben, was ihnen im Vertrauen auf ihre ursprüngliche biologische Konstruktion nie passiert wäre.

Das Buch hat einen blöden Plot, ist schlecht gezeichnet, transportiert eine fragwürdige Moral, ist gereimt – doch mein Kind wollte es immer und immer wieder angucken. Und so steigt von Lektüre zu Lektüre und gegen meinen Willen die Achtung vor dem Autor: er hat etwas begriffen, was sich mir nicht erschließt. Entweder enthält das Buch eine Subtilität, die mir entgeht, oder das Plakative des Reims, des roten Autos und der technikorientierten Tiere ist wiederum so ehrlich, dass vielmehr die Subtilität und das geheime Augenzwinkern der Kleinen Eule fragwürdig werden.

Ein eigener Fall wiederum ist das Bilderbuch Max and Art von David Wiesner, das ich zunächst mit einer Geschmacksfrage zu erledigen können vermeinte: eine Art Salamander oder Eidechse oder Lurch namens Art stellt einen berühmten Maler dar, Max, ein kleinerer  Salamander oder Lurch, wiederum seinen Lehrling. Das Setting ist eine Wüste in Endzeitstimmung, zwei oder drei weitere Salamander halten sich im Hintergrund, sonst sieht man nur graue Berg- und Horizontlinien. Max will auch malen lernen, weiß aber nicht wie, und beginnt nach einem Missverständnis, Art anzumalen. Dieser ist empört, und um es wieder gut zu machen bzw. sein Kunstwerk zu verbessern, bringt Max nach und nach eine Art Spraymaschine und einen Staubsauger zum Einsatz, nach Genuss eines Glases Wasser lösen Arts Farben sich ganz auf, schließlich rippelt Max die Umrisse seines verblichenen Lehrmeisters auf und fädelt ihn wieder neu zusammen, um ihm schließlich mit pointillistischer Farb- und Strukturgebung  neu und ganz zu machen. Im letzten Bild stehen beide vor ihren Staffeleien und werfen mit Verve und Dynamik einen der landschaftsbestimmenden Endzeitkakteen auf die Leinwand.

Man kann nicht anders als zu fragen, was der Autor geraucht oder sonst zu sich genommen hat – was bekanntermaßen kein Hindernis für gute Kunst sein muss. Aber die Geschichte in ihrer Illustration blieben in mehrfacher Hinsicht so unglaublich, so  an den Haaren herbeigezogen, so wüst, hysterisch und unsympathisch, dass mir jedesmal latent schlecht beim «Buch angucken» war, so lange Max and Art uneingeschränkter Favorit war. Tatsächlich aber gewinnt das Buch durch seine Interpretation und nimmt damit «richtige» Lektüre vorweg. Zum ersten Mal recherchierte ich ein Bilderbuch im Internet und stieß auf eine rege Fachdiskussion über die ästhetischen Verfahrensweisen des Autors.

Warum man eine coming of age-Geschichte in Gestalt von malenden Lurchen erzählen muss, warum eine Künstlerfindungsbiographie zwischen gräulichen Horizontlinien und Kakteenskeletten in der Atmosphäre von Post-Atomkrieg spielt, nun ja, aber doch, aber doch: die Geschichte an sich funktioniert. Und wer weiß, welche Auswirkungen es einst auf die Lektüre ach all der Entwicklungsromane haben wird, dass das Kind beim Anblick in Aquarien eingekastelter Eidechsen etc. sachkundig und glücklich feststellt: «wie Max und Art».

Komm mit zum Hafen, also das «Haff›-Buch», wiederum illustriert buchstäblich die jedem, vor allem aber dem professionellen Leser notwendige Eigentschaft, immer und immer und wirklich immer wieder hinzuschauen. Es gehört zu jener Kategorie von Büchern, die zwar einen kleinen Block Text links ober oder rechts unten auf der Seite haben, wo es aber wesentlich darum geht, die verschiedenen dargestellten Szenen, Personen, Dinge und Aktivitäten zu betrachten. Auch das konnte ich nicht mehr sehen: die Doppelseite 1 am Anleger, wo rechts unten Fisch verkauft wird, links unten Tickets für die Tretboote, rechts oben eine Familie im Motorboot unterwegs ist und links oben ein Mann unter einem gelben Sonnenschirm ein rotes Getränk genießt (Aperol? Und macht die Frau mit der rosafarbenen Bluse vom Nachbarboot, deren Mann gerade ahnungslos das Deck scheuert, ihn gerade an?). Die Doppelseite 2, wo oben, unten, rechts, links Container verladen werden, die Doppelseite 3, wo eine Fähre gen Amrum ablegt und ein kleiner Hund an ein orange-weißes Hütchen pinkelt, die Doppelseite 4, wo eine Strandszenerie jegliche nur denkbare Strandassoziation versammelt, die Doppelseite 5, wo es auf Hafenrundfahrt geht.

Doch auch wenn ich es nicht für möglich gehalten hätte, entdeckte ich, nach hundertfachem Betrachten, Erklären, Beschreiben, plötzlich neue Gestalten. Den offenbar pensionierten alten Kapitän, der ganz rechts oben, halb unter dem DLRG-Häuschen, halb unter einem roten Sonnenschirm, seine Angel ins Meer hält. Die Waden einer sonst nicht mehr sichtbaren Frau auf der linken Bildseite. Dass neben der Amrum-Fähre noch ein weiteres Schiff liegt, durch die Perspektive nicht  sofort zu erkennen, auf dem ein bemützter Matrose eine Tonne (oder einen Schlafsack?) verstaut. Und dass das Tortenstück und die gepunktete Bluse der Caféterrassen-Besucherin genau ineinander übergehen.

Nein, das macht den Braten nicht fett, das Buch nicht interessanter und verringert die Langeweile nur minimal. Aber zugleich war ich irritiert, wenn nicht erschrocken, wenn nicht begeistert, dass selbst aus einem nicht an Komplexität leidenden Buch wie dem Hafen-Buch nach vielen, vielen Lektüren immer noch etwas herauszuholen sei. Nicht auszudenken, welche Auswirkungen eine solche Leseintensität für die wirklich guten Bücher hätte, die man einmal, zweimal, allerhöchstens dreimal liest.

Und all das wohlgemerkt, ohne je im eigentlichen Sinne über das nachzudenken, was man liest oder gemeinsam mit dem Kind betrachtet, man hat keinen Bleistift in der Hand und nie muss man Rechenschaft über die jeweilige Lektüre ablegen. Alles funktioniert über die Wiederholung, über das allmähliche Eingehen des Textes in die Lippen, die Stimmbänder, den Zungenschlag, die Speicheldrüsen, die Intonation, die Erwartung und Erinnerung im Moment des Seitenumschlagens.

Eine letzte, einfache, wenngleich deprimierende Übung, für die eine einstellige Vorleseanzahl reicht, ist es, die Bücher auf ihr Genderverständnis abzuklopfen. Ist es nicht erstaunlich, dass in einem im Jahr 2010 – also nach der Emanzipation der Frau und  den daran geknüpften Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsmaßnahmen – in der Reihe Wieso Weshalb Warum? erschienenen Buch wie Mein Laufrad der kleine Junge sein Laufrad selbst repariert, derweil die große Schwester ihr Rad von Papa repariert bekommt: «Papa repariert Maries Fahrrad. Paul will sein Rad später immer alleine reparieren. Deshalb übt er jetzt schon mal. Maries Rad hat einen Gepäckträger, eine Klingel und zwei Bremsen. Beim Fahren muss sie kräftig in die Pedale treten. Papa pumpt die Reifen auf. Dann steht einer Fahrradtour nichts mehr im Weg.»

Dass die Schwester den Puppenwagen zum Bäcker fährt, wohlgemerkt hintendrein, während der Junge mit dem Laufrad vorwegdüst. Dass nur Mütter auf der Spielstraße stehen und die Kinder beaufsichtigen. Und dass, gähn, alle kleinen Mädchen irgendeinen rosa Fetzen am Leib tragen, damit man auch ganz bestimmt weiß, dass es kleine Mädchen sind.

 

Maurice Sendak, Wo die Wilden Kerle wohnen, Zürich 1967

Amy Krouse Rosenthal, Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte, München 2010

Jez Alborough, Herr von Quack in seinem Truck, Hamburg 1999

David Wiesner, Max and Art, Boston 2010

Guido Wandrey, Komm mit zum Hafen, Hamburg 2007

Mein Laufrad, Ravensburg 2010

 

Kommentare

Eine Anmerkung to “Über das Vorlesen von Bilderbüchern”

  1. Stein schreibt am Donnerstag, 20. Juni 2013

    Liebe Silberberg, vielen Dank für deine Ausführungen zu allen möglichen Arten von Kinderbüchern und Les- bzw. Betrachtungsarten. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Kind auf ganz andere Sachen achtet als der erwachsene Vorleser/die Vorleserin. Etwa bei dem Buch «Der arme Peter», das ich sehr empfehlen möchte, da es auch für Erwachsene (und bei manchem Vorlesen denke ich: nur für Erwachsene) ist. Es handelt sich um die Verbilderung des Gedichtes «Der arme Peter» von Heinrich Heine, das eine uralte Geschichte erzählt (Mann liebt Frau, Frau aber liebt einen anderen). Meine Tochter, fast drei Jahre alt, fragt immer das Gleiche: Oh, wo sind denn seine Bücher? – Der arme Peter lässt nämlich seine Bücher, die er stets in einem kleinen Stapel mit sich unter den Arm geklemmt rumträgt, fallen, als er die Grete mit einem anderen Mann sieht, und ist seitdem bücherlos, was meine Tochter schwer erschüttert. Daher auf jeder Seite wieder die Frage: Oh, und wo sind …? Ausserdem ist ihr Kommentar zu dem kleinen roten Herz, das über Peters Kopf schwebt und beim Anblick der untreuen Grete zerbricht: Muss er halt ein neues kaufen. Auf den Hinweis, dass man nicht alles kaufen kann, kommt dann: Doch, im Laden! Heinrich Heine hätte diese Rezeption sicher interessant gefunden.
    Und noch ein Kinderbuch, das ich sehr empfehlen möchte: «Pfoten hoch!» von Catharina Valckx. Es handelt von dem kleinen Hamster Billy, der von seinem Vater, dem Gangster, angehalten wird, in seine Fussstapfen zu treten und auch Gangster zu werden. Er wird mit einer ungeladenen Waffe losgeschickt und soll üben, andere zu erschrecken. Am Ende aber kommt er mit vielen neuen Freunden nach Hause, was sein Vater vordergründig mit einem Knurren beantwortet, dann aber doch mit Sohn und neugewonnenen Bekanntschaften im Wohnzimmer sitzt und Schokonüsse isst. Eine ganz interessante Geschichte auf vielerlei Art (es kommt übrigens auch keine Mama Hamster vor …), aber meine Tochter findet nur zwei Sachen daran interessant: Das ständig wiederholte «Pfoten hoch!» zu kreischen und zu versuchen, einen Handstand zu machen an der Stelle, an der im Buch ein Handstand gemacht wird.
    Aber vielleicht sollte man auch die Altersangaben für die Kinderbücher ernster nehmen und es einfach ein oder zwei Jahre später noch einmal versuchen. Manchmal geht eben mit einem das Pferd durch und man denkt: Nein, ich lese nicht die «Der kleine Otto geht in den Garten und pflückt eine Blume»-Langweil-Gähn-Geschichte vor, sondern etwas, an dem ich auch Freude habe. So ist das halt mit den Gern-und-Viel-Leserinnen und -Lesern unter den Eltern.
    Deine Stein

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