Montag, 23. Oktober 2017

Mathias Énard, Der Alkohol und die Wehmut

Lieben, Trinken und Zugfahren

Eine Menage à trois zwischen Paris und Moskau: der Erzähler, Mathias, seine Freudin Jeanne, und Wladimir, den sie bei einem Auslandssemester in Russland kennenlernt. Die drei trinken zusammen, sie erleben diese vom Neonlicht billiger Restaurants beleuchteten Glücksmomente von Jugendlichkeit und Nicht-Wissen-Wohin, Sex, Freundschaft und Literatur sind die Eckpfeiler ihres Zusammenseins. Wenn man den pathetischen Monolog Jeannes am Ende liest, in dem sie den Erzähler in einem Krankenhaus in Nowosibirsk wieder zum Leben erwecken will, bestätigt sich der Verdacht, dass hier, in der Entscheidung zwischen Mathias und Wladimir, rasch noch dramatisches Potential freigesetzt werden soll, um das es im Grunde gar nicht geht. » Weiter im Text