Sonntag, 05. Februar 2012

Gustave Flaubert, Salammbô

Vom Purpurbett zum Purpurkissen
In „Salammbô“ geht es vordergründig um die Belagerung Karthagos 241 v. Chr. durch ein Söldnerheer und den Sieg des Karthager Feldherrn Hamilkar über die Barbaren. Es geht um den Söldnerführer Matho und seine wilde Liebe zu Hamilkars Tochter Salammbô, die Schwester Hannibals. Es geht um Schlachten, Foltermethoden, Götterkulte. Doch eigentlich erfüllt sich Flaubert einen Jugendtraum » Weiter im Text

Antonio Pennacchi, Canale Mussolini

Mussolini macht Epoche Oder Wieviel Literatur verkraftet die political correctness
Es war eine gute Rezensions-Idee. Ausgehend von der in Aram Mattiolis Buch „Viva Mussolini. Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis“ wollte ich die These weiterverfolgen, dass sich in der italienischen Gegenwartsliteratur zunehmend eine Mussolini-Nostalgie breitzumachen beginnt.  » Weiter im Text

Brigitte Kronauer, Favoriten. Aufsätze zur Literatur

Die Weltliteratur und ich
Brigitte Kronauer war eine bescheidene Autorin. Nun ist sie 70 geworden und scheint diese Bescheidenheit an den Nagel gehängt zu haben. Vielleicht hat sie sich auch von ihrem Verlag überreden lassen, als in allen Feuilletons seit Jahren rauf und runter gelobte Autorin endlich aus dem Vollen zu schöpfen bzw. die Vorratskammer zu lüften und zum Geburtstag verstreute Texte aus den letzten drei Jahrzehnten in einem Band zu publizieren. » Weiter im Text

Durs Grünbein, Das erste Jahr

Gut geölte Gedankenrädchen
Programm und Autor werden erst am 29. September preisgegeben: „Das Gespür für die alten Dramen, die antiken Figurenkonstellationen unter dem aktuellen Tagesgeschehen, scheint in meiner Generation völlig abgestorben zu sein. Die meisten entzünden sich an den Idolen der Werbung. Ihre einstweilige Stärke liegt darin, daß ihre Empfindungskraft sich auf die Mythen des Alltags konzentriert. » Weiter im Text

Marilynne Robinson, Housekeeping

Housekeeping Die Erste und die Zweite Poetische Moral
Wie kommt es, dass ein Buch wie „Housekeeping“ zu den „100 Greatest Novels of all times“ gewählt werden konnte? Bei aller Skepsis, die bei solch kanonischen Hitparaden angebracht ist, hat es damit fraglos eine große euphorische Leserschaft passiert. Und das, obwohl fast nichts geschieht » Weiter im Text

Jan Philipp Reemtsma, Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit

Reemtsma_Nichtbescheidwissen Stichworte zur hohen Kunst des Bescheidwissens
Der Titel könnte kaum arroganter sein. Ist man durch mit dem Amüsement über die Unaussprechlichkeit, mit der Freude über die Möglichkeiten deutscher Komposita, bleibt kondensiert der Ärger über die Arroganz gegenüber jener „Mehrheit“, der ein elitäres Selbstbewusstsein gegenüber gestellt wird. Im Untertitel noch „Sechs Reden über Literatur und Kunst“ und man weiß: der Ärger ist intendiert; man soll anecken am Eliteanspruch und das ungebildete Näschen hineinstoßen in vermeintliche Suaden allgemeinen Bildungsverfalls. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

Paul Klee, Tagebücher 1898-1918

kleee-tagebuchEin Tagebuch ist eben keine Kunst-, sondern eine Zeitleistung“
Felix, Sohn von Paul Klee, leitet  1956 die Herausgabe der Tagebücher seines Vaters so ein: „Der Leser dieser hier vorliegenden vier Tagebücher Paul Klees wird als mutmaßlich Außenstehender in eine geheimnisvolle, seltsame, eigenartige und behutsame Welt des „Malers“ Klee eindringen.“ Das stimmt. Und stimmt auch wieder nicht. Denn was man von 1898, als Klee knapp zwanzig war, bis  zum Ende des Ersten Weltkriegs geboten bekommt, sind paragraphenartige Aufzeichnungen, » Weiter im Text

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