Dienstag, 07. September 2010

Auf dem Sofa: November 2009

GERTRUDE STEIN: MEXIKO UND ANDERE STÜCKE (Luchterhand) – las ich im Frühjahr in meinem Romanklausurquartier und erwarb das Büchlein nun selbst am Sonntagnachmittag, 1. November, auf dem Flohmarkt – warum? Weil es Autoren gibt, deren Werke man möglichst vollständig haben will, auch wenn einem gar nicht alles gefällt. Weil der Umschlag so schön ist – pinkfarben, mit einem graublauen Foto von STEIN, auf dem sie aussieht, als träte sie im Zirkus als Clown auf, nur die rote Nase fehlt. » Weiter im Text

Jan Philipp Reemtsma, Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit

Reemtsma_Nichtbescheidwissen Stichworte zur hohen Kunst des Bescheidwissens
Der Titel könnte kaum arroganter sein. Ist man durch mit dem Amüsement über die Unaussprechlichkeit, mit der Freude über die Möglichkeiten deutscher Komposita, bleibt kondensiert der Ärger über die Arroganz gegenüber jener „Mehrheit“, der ein elitäres Selbstbewusstsein gegenüber gestellt wird. Im Untertitel noch „Sechs Reden über Literatur und Kunst“ und man weiß: der Ärger ist intendiert; man soll anecken am Eliteanspruch und das ungebildete Näschen hineinstoßen in vermeintliche Suaden allgemeinen Bildungsverfalls. » Weiter im Text

Noch mehr Krimis

TempleWinslowflammenbrutZwei Empfehlungen und eine Warnung
Heute sollen zwei Krimis gewürdigt und vom Lesen eines dritten abgeraten werden. «Flammenbrut» von Simon Beckett, als «Thriller» kategorisiert, ist die Lesezeit nicht wirklich wert. «Die letzte Botschaft» von Peter Temple und «Frankie Maschine» von Don Winslow hingegen sind gut geschrieben (beide), gefüllt mit saftigen Dialogen (Temple) und der fesselnden Lebensgeschichte eines Auftragmörders (Winslow). » Weiter im Text

Auf dem Sofa: Oktober 2009

Oh je, jetzt ist auch der Oktober schon fast zu Ende, und es haben nicht gerade viele Bücher aufs Sofa gefunden, na ja, das ist nicht wahr, die ganze Sofalehne liegt voller Bücher (in Stapeln!), und gelesen habe ich auch – aber das Drüber-Schreiben, nicht nur so lala und ohne Saft und also Witz und Treffsicherheit, dazu muss ich ja vom Sofa aufstehen, » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [2]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesVon einem, der auszog und das Sehen lernte
Der polnische Journalist Ryszard Kapuscinski, 1932 geboren, 2007 gestorben, zählt zu Recht zu den großen Reportern seiner Zeit. In dem hier vorgestellten Band sind Reportagen, Essays und Reflexionen aus 40 Jahren Schreibtätigkeit versammelt. Er eignet sich daher (vermutlich) sehr für einen Einstieg in Kapuscinskis Werk, das aus rund 20 Büchern und unzähligen Reportagen besteht. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

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