Freitag, 24. November 2017

Heinz Bude, Gesellschaft der Angst

Aphorismen zur Angst GesellschaftderAngst

Der Soziologe Heinz Bude schreibt nicht mehr über Generation X oder Generation Y, unter deren Kürzel nach Bedarf alles von Computeraffinität bis politischer Gleichgültigkeit subsummiert werden kann, sondern beschreibt in elf Kapiteln unter verschiedenen Gesichtspunkten die zugrunde liegende Emotion unserer Gesellschaft: die Angst. » Weiter im Text

Marcel Beyer, Putins Briefkasten. Acht Recherchen

Bedeutungsgeraune unter Novemberhimmeln

4148 Man klappt das Buch zu und weiß: die Kritiker waren bestimmt begeistert. Vermutlich werden die «präzisen Beobachtungen» gelobt worden sein, die «dichte» Sprache, das «Abseitige» möglicherweise, dem sich Marcel Beyer mit seinen ausgedehnten Reisen nach Osten, nach Vilnius, Kiew, Novosibirsk und auf langen Gängen durch seine Heimatstadt Dresden widmet, und das, so steht zu vermuten, «ganz neue Blicke auf unsere Wirklichkeit ermöglicht». » Weiter im Text

Ein Jahr mit Virginia Woolf

Virginia_Woolf_by_George_Charles_Beresford_(1902)10. November 2013
Die Energie und die Lust, die aus diesen Tagebüchern strömt. Was ist das Geheimnis? Nur das schreiben, wozu man Lust hat. Sich nicht mit Fakten, Gegebenheiten, Chronologien aufhalten und langweilen. Und dennoch auf Innerlichkeiten gleichfalls verzichten (in der weisen Erkenntnis, dass ein paar Jahre später nichts unverständlicher und öder sein wird, als das Gefühlige des Moments). Und dennoch ein Leben evozieren, » Weiter im Text

Franz Grillparzer, Selbstbiographie

Der Klavierlehrer Johannes Mederitsch2014-09-15 16.51.05 HDR

Lange laborierte ich an einer Rezension über Grillparzers Selbstbiographie herum, 1872 posthum erschienen – eines jener Bücher, von denen man nicht wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass man einmal in den Genuss kommen würde, sie zu lesen –, aber es wollte nichts Rechtes draus werden. » Weiter im Text

Katherine Mansfield, Sämtliche Erzählungen

Irritierende Abwesenheit von Pointen978-3-257-06839-9

Seit langem schon muss ich über die Bedeutung der Pointe nachdenken, im Leben wie in der Literatur. Wofür ist die Pointe gut, die – zumeist am Ende platziert – gewissermaßen nachträglich die Legitimation liefert, eine Geschichte überhaupt zu erzählen und sie als irgendwie beachtenswerten Erzählzusammenhang aus dem Meer alltäglicher Begebenheiten herauszuheben?

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Hundert Jahre Türkei. Zeitzeugen erzählen

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Diktatur, Demokratie, Dengbêj: Ein großes Prisma der heutigen Türkei

Vor einer Reise schlägt der alte Bildungskomplex zumeist noch einmal zu. Umgehend wünsche ich alles zu wissen, was es über das entsprechende Land zu wissen gibt, mache mir  Vorwürfe, mich nicht schon längst um  historische und kulturelle Grundlagen gekümmert zu haben, kaufe Reiseführer und hoffe bei einer raschen Google-Recherche ein möglichst kompaktes Buch zu finden, dass diese absurden Last-minute-Allwissenheitsgelüste befriedigt.  » Weiter im Text

Über das Vorlesen von Bilderbüchern

Das Vorlesen von Bilderbüchern kann eine ausnehmend ermüdende Angelegenheit sein. Tatsächlich gibt es einen nicht weiter aufsehenerregenden Zusammenhang zwischen plötzlich einsetzendem kieferausrenkenden Gähnen und dem dreiundfünfzigsten Vorlesen desselben Buches. Doch das, was Kinder daran so fasziniert, dreiundfünfzigmal oder dreihundertfünfzigmal dassselbe Buch anzuschauen, ist hier nicht Thema, sondern vielmehr das Lesen der Erwachsenen und der professionellen Leserin in einer Situation, in die man sonst selten kommt: die Lektüre ist unfreiwillig, speist sich aus Büchern, die man nicht ausgesucht hat und nie ausgesucht hätte, und wiederholt sich x-mal. » Weiter im Text

Gustave Flaubert, Salammbô

Vom Purpurbett zum Purpurkissen
In „Salammbô“ geht es vordergründig um die Belagerung Karthagos 241 v. Chr. durch ein Söldnerheer und den Sieg des Karthager Feldherrn Hamilkar über die Barbaren. Es geht um den Söldnerführer Matho und seine wilde Liebe zu Hamilkars Tochter Salammbô, die Schwester Hannibals. Es geht um Schlachten, Foltermethoden, Götterkulte. Doch eigentlich erfüllt sich Flaubert einen Jugendtraum » Weiter im Text

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