Freitag, 24. November 2017

Antonio Pennacchi, Canale Mussolini

Mussolini macht Epoche Oder Wieviel Literatur verkraftet die political correctness
Es war eine gute Rezensions-Idee. Ausgehend von der in Aram Mattiolis Buch „Viva Mussolini. Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis“ wollte ich die These weiterverfolgen, dass sich in der italienischen Gegenwartsliteratur zunehmend eine Mussolini-Nostalgie breitzumachen beginnt.  » Weiter im Text

Brigitte Kronauer, Favoriten. Aufsätze zur Literatur

Die Weltliteratur und ich
Brigitte Kronauer war eine bescheidene Autorin. Nun ist sie 70 geworden und scheint diese Bescheidenheit an den Nagel gehängt zu haben. Vielleicht hat sie sich auch von ihrem Verlag überreden lassen, als in allen Feuilletons seit Jahren rauf und runter gelobte Autorin endlich aus dem Vollen zu schöpfen bzw. die Vorratskammer zu lüften und zum Geburtstag verstreute Texte aus den letzten drei Jahrzehnten in einem Band zu publizieren. » Weiter im Text

Martin Jankowski, Rabet oder Das Verschwinden einer Himmelsrichtung

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Der Autor Martin Jankowski, Jahrgang 1965, gehörte zu den Hauptbeteiligten der „friedlichen Revolution“ 1989 in Leipzig. Und dennoch ist es kein Tatsachenbericht, der hier vorliegt: „Rabet“ beharrt mit Nachdruck auf seiner Literarizität. » Weiter im Text

Durs Grünbein, Das erste Jahr

Gut geölte Gedankenrädchen
Programm und Autor werden erst am 29. September preisgegeben: „Das Gespür für die alten Dramen, die antiken Figurenkonstellationen unter dem aktuellen Tagesgeschehen, scheint in meiner Generation völlig abgestorben zu sein. Die meisten entzünden sich an den Idolen der Werbung. Ihre einstweilige Stärke liegt darin, daß ihre Empfindungskraft sich auf die Mythen des Alltags konzentriert. » Weiter im Text

Thomas Mann, Der Zauberberg

Erregtes Gähnen
«Der Erwählte» und «Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull» habe ich gern gelesen. Und dabei auch mal gelacht! Aber Thomas Mann kann auch anders. Das beweist er auf den 350 Seiten, die ich vom «Zauberberg» bisher gelesen habe. » Weiter im Text

Daniel Depp, Stadt der Verlierer

Krimi trifft Hollywood
Über Namen und Titel kann man schon schmunzeln, aber Daniel Depp, 55, Halbbruder von Johnny Depp und Drehbuchautor, muss sich kein Pseudonym zulegen. Allerdings hat sein Erstling keinerlei Rückenwind nötig. Sein Roman über Macht und Intrigen in Hollywoods Filmindustrie nimmt einen von der ersten Seite an gefangen, seine Hauptfigur David Spandau, Ex-Hollywood-stuntman und Angestellter bei einem Detektivbüro, hat das Zeug zu einer weiteren charismatischen Figur in der Reihe berühmter Hard-Boiled-Ermittler. » Weiter im Text

Jacques Chessex, Der Kinderfresser

Der Kampf der Söhne gegen die Väter
1973 erschien dieses Buch auf Französisch, 1975 auf Deutsch und 2004 wurde es erneut auf Deutsch beim Lenos Verlag verlegt. Als erster und bisher einziger Schweizer wurde der Autor dafür mit dem Prix Goncourt ausge-zeichnet. Der ursprüngliche Titel, «L’Ogre», wird in der Lenos-Ausgabe mit «Der Kinderfresser» wiedergegeben, nicht mit «Der Menschenfresser». Hauptprotagonist ist Jean Calmet, 39 Jahre alt, Lateinlehrer am Gymnasium in Lausanne, besessen von seinem Vater, dem «Doktor», dem Oger, der mächtigen Figur, die als drohender Schatten über seinem Leben hängt. » Weiter im Text

Péter Esterházy, Keine Kunst

Meister des Einschubs
Es geht um Fußball, so viel ist klar. Der auf dem Sterbebett liegenden Mutter wird ein letztes Mal die Abseitsregel erklärt, der Ich-Erzähler ist kein Fußballspieler geworden, es wird Fußball gespielt in diesem Buch, so hängt etwa der Parteisekretär Sasa Kertész die Fußballschuhe an den Nagel, und auf dem Cover zeigt eine Dame mit nackten langen Beinen einen Fallrückzieher, auch wenn sie den Fußballschuh nicht trägt, sondern dieser neben den Titelbuchstaben platziert ist. Klingt das irgendwie verworren? » Weiter im Text

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