Samstag, 19. Mai 2012

Auf dem Sofa: Februar 2009

Am 5. Februar kommt mit der Post wieder ein ganzer Berg Bücher, so MARY ELLEN JORDAN HAIGHT: SPAZIERGÄNGE DURCH GERTRUDE STEINS PARIS (aus dem Amerikanischen von Karin Polz, Arche Zürich 1989). Hinten bisschen zerdatscht. Fünf Spaziergänge durch Paris, Rive Gauche. Sehr schöne Luftaufnahme von der Ile de la Cité und der Rive Gauche. Viele Fotos, so viele Leute! Und alle lebten und arbeiteten in Paris. Ansteckend lebendig. Das ist jetzt Berlin(?). » Weiter im Text

Auf dem Sofa: Januar 2009

15. Januar: An diesem hellen Wintertag kamen zwei Bände, welche Großzügigkeit des Verlages!, WARLAM SCHALAMOW, seine ERZÄHLUNGEN AUS KOLYMA (Aus dem Russischen von Gabriele Leupold. Mit einem Nachwort von Franziska Thun-Hohenstein. Matthes & Seitz 2007, 2008), kälteabstrahlend von der Transportfahrt durch den Januarfrost, und beim Aufblättern und Lesen der ersten Seiten hatte ich immer dieses kalte Papier in den Händen, als würde der Umschlag – der eine flache Schneelandschaft zeigt, verschneite Baracken am Horizont, einen Weg, der an einem Drahtweidezaun entlangführt, darauf eine auseinandergezogene Kolonne Männer, die Entferntesten nur ein, zwei Millimeter groß, die vorn zwei, fast drei Zentimeter, vermummt gegen die Kälte, in dicken Filzstiefeln, mit Schapkas tief über Stirn und Ohren, schwarzweiß das alles (Fotografie Tomasz Kizny, Wroclaw) – nicht nur den sibirischen Winter zeigen, sondern diesen Winter ausströmen, und fast erwartete ich, beim Lesen weiße Atemwölkchen auszustoßen, und die erste Erzählung hieß, wie der ganze Band 1: DURCH DEN SCHNEE. Aber es ist nicht nur eine Erzählung, die, wie die Kolonne der Männer, von den größeren vorn zu den millimeterkleinen vor den Baracken am Horizont, zum Lager führt, indem sie den Zyklus dieser Geschichten aus dem GULag eröffnet (insgesamt sind es sechs Bände), nicht nur ein Prolog . . . » Weiter im Text

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