Freitag, 22. September 2017

Bettina Baltschev, Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur

Die deutsche Exilliteratur ist weidlich erforscht worden, und einer der immer wiederholten und vermeintlich überraschenden Befunde ist, dass sie sich so auffällig mit historischen Stoffen befasst hat. Die kursorisch von Bettina Baltschev zusammengetragenen Publikationen des Querido-Verlags zwischen 1933 und 1950 zeigen dies deutlich: Cervantes, Peter der Große, Die Jugend des Königs Henri Quatre, Ignatius von Loyola, Cleopatra, um nur einige der bekannteren zu nennen – ganz zu schweigen von den populären historischen Großromanen eines Stefan Zweig, der mit Marie Antoinette und Erasmus von Rotterdam befasst war, während seine Bücher in Deutschland schon verbrannt wurden. » Weiter im Text

Robert Byron, Der Weg nach Oxiana

Byron

Durch den Orient: zeitlos, konzentriert und amused

Was ist ein guter Reisebericht? Das beschäftigt mich seit Jahren, und bis heute kann ich es nicht sagen. Eine Orientierung war Ryszard Kapuscinski, in dessen Texten man spürt, wie sehr er sich selbst seinem Reisen aussetzt, wie er unter der Textoberfläche mit seinen Eindrücken ringt, um schließlich aus dieser Hingabe und diesem Ringen eine große Erzählung zu machen, die geprägt ist von einer in beinahe jedem Satz spürbaren Humanität. » Weiter im Text

Heinz Bude, Gesellschaft der Angst

Aphorismen zur Angst GesellschaftderAngst

Der Soziologe Heinz Bude schreibt nicht mehr über Generation X oder Generation Y, unter deren Kürzel nach Bedarf alles von Computeraffinität bis politischer Gleichgültigkeit subsummiert werden kann, sondern beschreibt in elf Kapiteln unter verschiedenen Gesichtspunkten die zugrunde liegende Emotion unserer Gesellschaft: die Angst. » Weiter im Text

Hundert Jahre Türkei. Zeitzeugen erzählen

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Diktatur, Demokratie, Dengbêj: Ein großes Prisma der heutigen Türkei

Vor einer Reise schlägt der alte Bildungskomplex zumeist noch einmal zu. Umgehend wünsche ich alles zu wissen, was es über das entsprechende Land zu wissen gibt, mache mir  Vorwürfe, mich nicht schon längst um  historische und kulturelle Grundlagen gekümmert zu haben, kaufe Reiseführer und hoffe bei einer raschen Google-Recherche ein möglichst kompaktes Buch zu finden, dass diese absurden Last-minute-Allwissenheitsgelüste befriedigt.  » Weiter im Text

Brigitte Kronauer, Favoriten. Aufsätze zur Literatur

Die Weltliteratur und ich
Brigitte Kronauer war eine bescheidene Autorin. Nun ist sie 70 geworden und scheint diese Bescheidenheit an den Nagel gehängt zu haben. Vielleicht hat sie sich auch von ihrem Verlag überreden lassen, als in allen Feuilletons seit Jahren rauf und runter gelobte Autorin endlich aus dem Vollen zu schöpfen bzw. die Vorratskammer zu lüften und zum Geburtstag verstreute Texte aus den letzten drei Jahrzehnten in einem Band zu publizieren. » Weiter im Text

Jan Philipp Reemtsma, Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit

Reemtsma_Nichtbescheidwissen Stichworte zur hohen Kunst des Bescheidwissens
Der Titel könnte kaum arroganter sein. Ist man durch mit dem Amüsement über die Unaussprechlichkeit, mit der Freude über die Möglichkeiten deutscher Komposita, bleibt kondensiert der Ärger über die Arroganz gegenüber jener „Mehrheit“, der ein elitäres Selbstbewusstsein gegenüber gestellt wird. Im Untertitel noch „Sechs Reden über Literatur und Kunst“ und man weiß: der Ärger ist intendiert; man soll anecken am Eliteanspruch und das ungebildete Näschen hineinstoßen in vermeintliche Suaden allgemeinen Bildungsverfalls. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [2]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesVon einem, der auszog und das Sehen lernte
Der polnische Journalist Ryszard Kapuscinski, 1932 geboren, 2007 gestorben, zählt zu Recht zu den großen Reportern seiner Zeit. In dem hier vorgestellten Band sind Reportagen, Essays und Reflexionen aus 40 Jahren Schreibtätigkeit versammelt. Er eignet sich daher (vermutlich) sehr für einen Einstieg in Kapuscinskis Werk, das aus rund 20 Büchern und unzähligen Reportagen besteht. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

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