Freitag, 24. Mai 2013

Brigitte Kronauer, Favoriten. Aufsätze zur Literatur

Die Weltliteratur und ich
Brigitte Kronauer war eine bescheidene Autorin. Nun ist sie 70 geworden und scheint diese Bescheidenheit an den Nagel gehängt zu haben. Vielleicht hat sie sich auch von ihrem Verlag überreden lassen, als in allen Feuilletons seit Jahren rauf und runter gelobte Autorin endlich aus dem Vollen zu schöpfen bzw. die Vorratskammer zu lüften und zum Geburtstag verstreute Texte aus den letzten drei Jahrzehnten in einem Band zu publizieren. » Weiter im Text

Jan Philipp Reemtsma, Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit

Reemtsma_Nichtbescheidwissen Stichworte zur hohen Kunst des Bescheidwissens
Der Titel könnte kaum arroganter sein. Ist man durch mit dem Amüsement über die Unaussprechlichkeit, mit der Freude über die Möglichkeiten deutscher Komposita, bleibt kondensiert der Ärger über die Arroganz gegenüber jener „Mehrheit“, der ein elitäres Selbstbewusstsein gegenüber gestellt wird. Im Untertitel noch „Sechs Reden über Literatur und Kunst“ und man weiß: der Ärger ist intendiert; man soll anecken am Eliteanspruch und das ungebildete Näschen hineinstoßen in vermeintliche Suaden allgemeinen Bildungsverfalls. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [2]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesVon einem, der auszog und das Sehen lernte
Der polnische Journalist Ryszard Kapuscinski, 1932 geboren, 2007 gestorben, zählt zu Recht zu den großen Reportern seiner Zeit. In dem hier vorgestellten Band sind Reportagen, Essays und Reflexionen aus 40 Jahren Schreibtätigkeit versammelt. Er eignet sich daher (vermutlich) sehr für einen Einstieg in Kapuscinskis Werk, das aus rund 20 Büchern und unzähligen Reportagen besteht. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

Klaus Kreiser, Atatürk. Eine Biographie

AtatürkEin blinder Fleck
Wenn man im Jahr 2009 ein Buch über Atatürk zur Hand nimmt, will man mehr als die Biographie Mustafa Kemals lesen. Denn Atatürk, 1881 als ein x-beliebiger Mustafa in Saloniki geboren, scheint der Schlüssel zum Verständnis der heutigen Türkei. Selbst dem oberflächlichen Besucher wird klar, dass Atatürk das Gesicht, der Stein, die Metapher, das Selbstverständnis, die Moral, der schulische Morgenappell des Landes ist » Weiter im Text

Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler

haffnerDer Architekt der Katastrophe
Als ich kürzlich vom Joggen zurückkam, sah ich auf einem Mäuerchen an der Straße eine Kiste mit Zu-verschenken-Büchern, darunter eine CD-Box mit dem Hörbuch «Anmerkungen zu Hitler». An diesem Titel konnte ich nicht vorbei gehen. » Weiter im Text

Geert Mak, Amsterdam. Biographie einer Stadt

mak_amsterdam Die Verführung war, nach dem Herumlaufen entlang der Grachten und dem faszinierten Betrachten der Patrizierporträts im Rijksmuseum, der Untertitel: Biographie einer Stadt. „Een kleine geschiedenis van Amsterdam“ hingegen, wie es das Original vorsieht, wäre in den mentalen Regalen bei Stadtplänen, Baedeckern, Polyglott und anderem Uninspirierten absortiert worden. So aber: Biographie einer Stadt. » Weiter im Text

Christian Scholz, Schweizer Wörter

Scholz_Schweizer WörterWas einer meint, wenn er was sagt
In der Schweiz leben viele Deutsche, was gerne kommentiert wird, auch in Buchform: «Gebrauchsanweisung für die Schweiz», «Grüezi und Willkommen» und wie sie alle heißen, immer geht es um den feinen Unterschied, und nicht selten wird auf Klischees herumgeritten, anstatt sie differenziert zu betrachten. In der Zwischenzeit wissen wir, dass «die Deutschen» laut und unhöflich und «die Schweizer» zurückhaltend und verklemmt sind. » Weiter im Text