Gustave Flaubert, Salammbô


Vom Purpurbett zum Purpurkissen
In „Salammbô“ geht es vordergründig um die Belagerung Karthagos 241 v. Chr. durch ein Söldnerheer und den Sieg des Karthager Feldherrn Hamilkar über die Barbaren. Es geht um den Söldnerführer Matho und seine wilde Liebe zu Hamilkars Tochter Salammbô, die Schwester Hannibals. Es geht um Schlachten, Foltermethoden, Götterkulte. Doch eigentlich erfüllt sich Flaubert einen Jugendtraum » Weiter im Text
Antonio Pennacchi, Canale Mussolini
Mussolini macht Epoche Oder Wieviel Literatur verkraftet die political correctness
Es war eine gute Rezensions-Idee. Ausgehend von der in Aram Mattiolis Buch „Viva Mussolini. Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis“ wollte ich die These weiterverfolgen, dass sich in der italienischen Gegenwartsliteratur zunehmend eine Mussolini-Nostalgie breitzumachen beginnt. » Weiter im Text
Brigitte Kronauer, Favoriten. Aufsätze zur Literatur
Die Weltliteratur und ich
Brigitte Kronauer war eine bescheidene Autorin. Nun ist sie 70 geworden und scheint diese Bescheidenheit an den Nagel gehängt zu haben. Vielleicht hat sie sich auch von ihrem Verlag überreden lassen, als in allen Feuilletons seit Jahren rauf und runter gelobte Autorin endlich aus dem Vollen zu schöpfen bzw. die Vorratskammer zu lüften und zum Geburtstag verstreute Texte aus den letzten drei Jahrzehnten in einem Band zu publizieren. » Weiter im Text
Martin Jankowski, Rabet oder Das Verschwinden einer Himmelsrichtung
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Der Autor Martin Jankowski, Jahrgang 1965, gehörte zu den Hauptbeteiligten der „friedlichen Revolution“ 1989 in Leipzig. Und dennoch ist es kein Tatsachenbericht, der hier vorliegt: „Rabet“ beharrt mit Nachdruck auf seiner Literarizität. » Weiter im Text
Thomas Mann, Der Zauberberg
Erregtes Gähnen
«Der Erwählte» und «Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull» habe ich gern gelesen. Und dabei auch mal gelacht! Aber Thomas Mann kann auch anders. Das beweist er auf den 350 Seiten, die ich vom «Zauberberg» bisher gelesen habe. » Weiter im Text
Daniel Depp, Stadt der Verlierer
Krimi trifft Hollywood
Über Namen und Titel kann man schon schmunzeln, aber Daniel Depp, 55, Halbbruder von Johnny Depp und Drehbuchautor, muss sich kein Pseudonym zulegen. Allerdings hat sein Erstling keinerlei Rückenwind nötig. Sein Roman über Macht und Intrigen in Hollywoods Filmindustrie nimmt einen von der ersten Seite an gefangen, seine Hauptfigur David Spandau, Ex-Hollywood-stuntman und Angestellter bei einem Detektivbüro, hat das Zeug zu einer weiteren charismatischen Figur in der Reihe berühmter Hard-Boiled-Ermittler. » Weiter im Text
Jacques Chessex, Der Kinderfresser
Der Kampf der Söhne gegen die Väter
1973 erschien dieses Buch auf Französisch, 1975 auf Deutsch und 2004 wurde es erneut auf Deutsch beim Lenos Verlag verlegt. Als erster und bisher einziger Schweizer wurde der Autor dafür mit dem Prix Goncourt ausge-zeichnet. Der ursprüngliche Titel, «L’Ogre», wird in der Lenos-Ausgabe mit «Der Kinderfresser» wiedergegeben, nicht mit «Der Menschenfresser». Hauptprotagonist ist Jean Calmet, 39 Jahre alt, Lateinlehrer am Gymnasium in Lausanne, besessen von seinem Vater, dem «Doktor», dem Oger, der mächtigen Figur, die als drohender Schatten über seinem Leben hängt. » Weiter im Text
Péter Esterházy, Keine Kunst
Meister des Einschubs
Es geht um Fußball, so viel ist klar. Der auf dem Sterbebett liegenden Mutter wird ein letztes Mal die Abseitsregel erklärt, der Ich-Erzähler ist kein Fußballspieler geworden, es wird Fußball gespielt in diesem Buch, so hängt etwa der Parteisekretär Sasa Kertész die Fußballschuhe an den Nagel, und auf dem Cover zeigt eine Dame mit nackten langen Beinen einen Fallrückzieher, auch wenn sie den Fußballschuh nicht trägt, sondern dieser neben den Titelbuchstaben platziert ist. Klingt das irgendwie verworren? » Weiter im Text