Dienstag, 07. September 2010

Thomas Mann, Der Zauberberg

Erregtes Gähnen
«Der Erwählte» und «Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull» habe ich gern gelesen. Und dabei auch mal gelacht! Aber Thomas Mann kann auch anders. Das beweist er auf den 350 Seiten, die ich vom «Zauberberg» bisher gelesen habe. » Weiter im Text

Daniel Depp, Stadt der Verlierer

Krimi trifft Hollywood
Über Namen und Titel kann man schon schmunzeln, aber Daniel Depp, 55, Halbbruder von Johnny Depp und Drehbuchautor, muss sich kein Pseudonym zulegen. Allerdings hat sein Erstling keinerlei Rückenwind nötig. Sein Roman über Macht und Intrigen in Hollywoods Filmindustrie nimmt einen von der ersten Seite an gefangen, seine Hauptfigur David Spandau, Ex-Hollywood-stuntman und Angestellter bei einem Detektivbüro, hat das Zeug zu einer weiteren charismatischen Figur in der Reihe berühmter Hard-Boiled-Ermittler. » Weiter im Text

Jacques Chessex, Der Kinderfresser

Der Kampf der Söhne gegen die Väter
1973 erschien dieses Buch auf Französisch, 1975 auf Deutsch und 2004 wurde es erneut auf Deutsch beim Lenos Verlag verlegt. Als erster und bisher einziger Schweizer wurde der Autor dafür mit dem Prix Goncourt ausge-zeichnet. Der ursprüngliche Titel, «L’Ogre», wird in der Lenos-Ausgabe mit «Der Kinderfresser» wiedergegeben, nicht mit «Der Menschenfresser». Hauptprotagonist ist Jean Calmet, 39 Jahre alt, Lateinlehrer am Gymnasium in Lausanne, besessen von seinem Vater, dem «Doktor», dem Oger, der mächtigen Figur, die als drohender Schatten über seinem Leben hängt. » Weiter im Text

Péter Esterházy, Keine Kunst

Meister des Einschubs
Es geht um Fußball, so viel ist klar. Der auf dem Sterbebett liegenden Mutter wird ein letztes Mal die Abseitsregel erklärt, der Ich-Erzähler ist kein Fußballspieler geworden, es wird Fußball gespielt in diesem Buch, so hängt etwa der Parteisekretär Sasa Kertész die Fußballschuhe an den Nagel, und auf dem Cover zeigt eine Dame mit nackten langen Beinen einen Fallrückzieher, auch wenn sie den Fußballschuh nicht trägt, sondern dieser neben den Titelbuchstaben platziert ist. Klingt das irgendwie verworren? » Weiter im Text

J. Adler-Olson, D. Winslow, H. Nesser, M. Wieninger

nesserwieningerWinslowadler-olsen-ErbarmenDrei Empfehlungen
Man kann gar nicht anders, als Jussi Adler-Olsens Krimi «Erbarmen» in einem Rutsch durchzulesen. Ähnlich ergeht es einem mit Don Winslows Surfer-Krimi «Pacific Private», dem zweiten Roman, der in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp erschien (über «Frankie Machine» ist schon berichtet worden). Manfred Wieninger legt mit «Rostige Flügel» einen weiteren Marek-Miert-Krimi vor, der sozialkritischer Lesegenuss ist, sobald man sich an den Dauerbeschuss mit markigen Sprüchen gewöhnt hat. Einzig Håkan Nessers Krimi «Die Frau mit dem Muttermal», auf dem Cover mit «ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis» beworben, sticht durch seine Durchschnittlichkeit aus dieser Reihe heraus. » Weiter im Text

Claudia Piñeiro, Elena weiß Bescheid

elena-weiss-bescheid-75Die Körper der Frauen
Elena sitzt am Küchentisch und wartet. Endlich wirkt die Tablette und sie kann aufstehen. Sie hebt den rechten Fuß ein paar Zentimeter hoch, bewegt ihn am linken vorbei und setzt ihn wieder ab. Dasselbe wiederholt sie mit dem linken Fuß. Sie hat eine lange Reise vor sich, sie muss zum Bahnhof laufen, den Zug nehmen und das Haus finden, in dem Isabel wohnt. Vor zwanzig Jahren hat sie sie zum letzten Mal gesehen; heute soll sie ihr helfen, herauszufinden, wer ihre Tochter ermordet hat. Denn Elena ist überzeugt, dass Rita sich nicht selbst umbrachte. » Weiter im Text

Marilynne Robinson, Housekeeping

Housekeeping Die Erste und die Zweite Poetische Moral
Wie kommt es, dass ein Buch wie „Housekeeping“ zu den „100 Greatest Novels of all times“ gewählt werden konnte? Bei aller Skepsis, die bei solch kanonischen Hitparaden angebracht ist, hat es damit fraglos eine große euphorische Leserschaft passiert. Und das, obwohl fast nichts geschieht » Weiter im Text

Noch mehr Krimis

TempleWinslowflammenbrutZwei Empfehlungen und eine Warnung
Heute sollen zwei Krimis gewürdigt und vom Lesen eines dritten abgeraten werden. «Flammenbrut» von Simon Beckett, als «Thriller» kategorisiert, ist die Lesezeit nicht wirklich wert. «Die letzte Botschaft» von Peter Temple und «Frankie Maschine» von Don Winslow hingegen sind gut geschrieben (beide), gefüllt mit saftigen Dialogen (Temple) und der fesselnden Lebensgeschichte eines Auftragmörders (Winslow). » Weiter im Text

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