Samstag, 19. Mai 2012

J. Adler-Olson, D. Winslow, H. Nesser, M. Wieninger

nesserwieningerWinslowadler-olsen-ErbarmenDrei Empfehlungen
Man kann gar nicht anders, als Jussi Adler-Olsens Krimi «Erbarmen» in einem Rutsch durchzulesen. Ähnlich ergeht es einem mit Don Winslows Surfer-Krimi «Pacific Private», dem zweiten Roman, der in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp erschien (über «Frankie Machine» ist schon berichtet worden). Manfred Wieninger legt mit «Rostige Flügel» einen weiteren Marek-Miert-Krimi vor, der sozialkritischer Lesegenuss ist, sobald man sich an den Dauerbeschuss mit markigen Sprüchen gewöhnt hat. Einzig Håkan Nessers Krimi «Die Frau mit dem Muttermal», auf dem Cover mit «ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis» beworben, sticht durch seine Durchschnittlichkeit aus dieser Reihe heraus. » Weiter im Text

Claudia Piñeiro, Elena weiß Bescheid

elena-weiss-bescheid-75Die Körper der Frauen
Elena sitzt am Küchentisch und wartet. Endlich wirkt die Tablette und sie kann aufstehen. Sie hebt den rechten Fuß ein paar Zentimeter hoch, bewegt ihn am linken vorbei und setzt ihn wieder ab. Dasselbe wiederholt sie mit dem linken Fuß. Sie hat eine lange Reise vor sich, sie muss zum Bahnhof laufen, den Zug nehmen und das Haus finden, in dem Isabel wohnt. Vor zwanzig Jahren hat sie sie zum letzten Mal gesehen; heute soll sie ihr helfen, herauszufinden, wer ihre Tochter ermordet hat. Denn Elena ist überzeugt, dass Rita sich nicht selbst umbrachte. » Weiter im Text

Marilynne Robinson, Housekeeping

Housekeeping Die Erste und die Zweite Poetische Moral
Wie kommt es, dass ein Buch wie „Housekeeping“ zu den „100 Greatest Novels of all times“ gewählt werden konnte? Bei aller Skepsis, die bei solch kanonischen Hitparaden angebracht ist, hat es damit fraglos eine große euphorische Leserschaft passiert. Und das, obwohl fast nichts geschieht » Weiter im Text

Noch mehr Krimis

TempleWinslowflammenbrutZwei Empfehlungen und eine Warnung
Heute sollen zwei Krimis gewürdigt und vom Lesen eines dritten abgeraten werden. «Flammenbrut» von Simon Beckett, als «Thriller» kategorisiert, ist die Lesezeit nicht wirklich wert. «Die letzte Botschaft» von Peter Temple und «Frankie Maschine» von Don Winslow hingegen sind gut geschrieben (beide), gefüllt mit saftigen Dialogen (Temple) und der fesselnden Lebensgeschichte eines Auftragmörders (Winslow). » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [2]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesVon einem, der auszog und das Sehen lernte
Der polnische Journalist Ryszard Kapuscinski, 1932 geboren, 2007 gestorben, zählt zu Recht zu den großen Reportern seiner Zeit. In dem hier vorgestellten Band sind Reportagen, Essays und Reflexionen aus 40 Jahren Schreibtätigkeit versammelt. Er eignet sich daher (vermutlich) sehr für einen Einstieg in Kapuscinskis Werk, das aus rund 20 Büchern und unzähligen Reportagen besteht. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

Krimis, Krimis, den ganzen Tag Krimis

beckett-kalte-asche-TBchemieKeiner rennt für immerPapageiDas Geld war schmutzig

Der September war ein Krimimonat. Ich ver-schlang einen nach dem anderen und war nicht fähig, zwischendrin meine Leseeindrücke festzu-halten. So ist das eben mit spannenden Büchern: Man will mehr davon, immer mehr, und verliert darüber das Gefühl für literarische Qualität. Besser gesagt, sie wird einem egal. Denn es kommt nur auf eines an: Spannung. » Weiter im Text

Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten

dath, abschaffung der artenVon der Nachttischkante gestoßen
Es gibt diese Bücher, die man eigentlich lesen möchte. Weil sie interessant anfangen, weil sie verheißungsvoll und verlockend sind. Weil sie irritieren und faszinieren. Und es gibt sie, die Momente, in denen man ein solches Buch auf Seite 117 zuklappt und es weglegt. Weil man den Stapel anderer Bücher neben dem Bett wachsen sieht. Weil man einfach nicht weiterkommt mit diesem Buch, obwohl es eigentlich lesenswert ist: kein Kitsch, keine langweilige Geschichte, keine schlecht gezeichneten Figuren. » Weiter im Text

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