Freitag, 21. Juli 2017

Donna Tartt, Der Distelfink 2

Der Distelfink von Donna TarttWiederholungen von Ereignislosigkeit

Alles beginnt mit einem Museumsbesuch. Eine Mutter will ihrem 13-jährigen Sohn ein Gemälde zeigen, das ihr sehr gefällt – den „Distelfink“ des Malers Carel Fabritius. Im Museum explodiert jedoch just an diesem Tag eine Bombe. Mutter und Sohn sind im Chaos nach der Explosion getrennt. Ein älterer Herr, der schwer verletzt im Sterben liegt, bringt den Jungen dazu, das Bild mit dem Distelfink zu entwenden, und gibt ihm seinen Ring. Stunden später erfährt der Junge, dass seine Mutter bei der Explosion ums Leben kam. Der Junge heisst Theo Decker, und er erzählt auf 1000 Seiten seine Lebensgeschichte. » Weiter im Text

Donna Tartt, The Goldfinch 1

Alles Drogen, Kunst, Liebe, Leinwand   ows_138203116777579.jgp

Wenn man keinerlei Erfahrung mit Drogen hat, die über Alkohol und Marihuana hinausgehen, dann ist man nach der Lektüre dieses Buches einen Schritt weiter: man wird detailliert informiert über den Konsum verschiedenster chemischer Substanzen, ihre Wirkungen und Nebenwirkungen, ihre Beschaffung und ihre Kosten, ihren Abhängigkeitsfaktor und ihre Hilfe bei der Bewältigung eines ansonsten als unbewältigbar empfundenen Alltags. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [2]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesVon einem, der auszog und das Sehen lernte
Der polnische Journalist Ryszard Kapuscinski, 1932 geboren, 2007 gestorben, zählt zu Recht zu den großen Reportern seiner Zeit. In dem hier vorgestellten Band sind Reportagen, Essays und Reflexionen aus 40 Jahren Schreibtätigkeit versammelt. Er eignet sich daher (vermutlich) sehr für einen Einstieg in Kapuscinskis Werk, das aus rund 20 Büchern und unzähligen Reportagen besteht. » Weiter im Text

Ryszard Kapuscinski, Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies [1]

Die Erde ist ein gewalttätiges ParadiesHautnah dabei sein. Dann schreiben
Die Reisebeschreibung gehört zu den anspruchsvollsten literarischen Gattungen. Diese oberlehrerinnenhafte Bemerkung sei zu Beginn gestattet, um den roten Teppich für Ryszard Kapuscinski mit umso größerem Schwung auszurollen. Denn ein Land so zu beschreiben, dass es in seiner individuellen Besonderheit erfasst wird und dabei gleichzeitig ein lebendiges Bild für das Publikum draußen entsteht, das etwa mit den politischen Verhältnissen in Nigeria oder San Salvador nicht auf du und du ist, ist ein schweres Unterfangen » Weiter im Text

Roberto Bolaño, Der unerträgliche Gaucho

Gaucho

Liebe Stein,
gerne würde ich mit dir in eine ausführliche briefliche Debatte über Bolaño eintreten, denn ich glaube hier auf einen jener Autoren gestoßen zu sein, die einen sehr lange begleiten. Der «unerträgliche Gaucho» allerdings ist, da gebe ich dir recht, ein großes Rätsel – und nicht unbedingt eines von den beglückenden, sondern eines von denen, die Kraft und Durchhaltewillen vom Leser fordern » Weiter im Text

Roberto Bolaño, Der unerträgliche Gaucho

GAuchoLiebe Silberberg,
was soll man nur von diesem Buch halten? Im Laden war ich so angetan von dem hübschen Umschlag, auf dem ein schreiender Cowboy auf einem Pferd zusammen mit einem Vogelschwarm durch den Himmel reitet. Und als ich anfing, die Geschichten zu lesen, war ich weiter angetan, oder müsste ich besser sagen: angenehm irritiert? Denn Bolaño, das erkannte ich ziemlich bald, führt einen ganz schön an der Nase herum. » Weiter im Text

Esther Kinsky, Sommerfrische

cover_kinskyLiebe Silberberg,

ein Stichwort in deinem Brief hat mich heftig nicken lassen. Beim Lesen fiel mir das gar nicht auf, und beim hinterher über das Gelesene Nachdenken auch nicht, aber jetzt, wo du es sagst, weiß ich, was mich am meisten gestört hat: Ich habe kein einziges Mal gelacht beim Lesen dieses Buches. Und auch nicht geschmunzelt. Nicht mal innerlich. Und das ist irgendwie traurig. » Weiter im Text

Esther Kinsky, Sommerfrische

cover_kinsky Liebe Stein,

wenn ich ein Buch verschlinge, wenn ich meinen Zimmerwänden, Kopfkissenbezügen oder Balkonnachbarn in kleinen Juchzern mein Lesebehagen zum Ausdruck bringe, wenn ich tief einatme und denke so! ja, genau so!, wenn ich das Buch nicht aus der Hand legen will oder wenn, dann nur mit einem kleinen Streicheln, dann schließe ich sogleich vom Kleinen aufs Ganze: große Literatur! » Weiter im Text

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