Sonntag, 05. Februar 2012

Das monopolisierte Gewissen

Ein Plädoyer für den in seinen Entscheidungen freien Menschen 
In der heutigen NZZ kritisiert Hanspeter Mettler unter dem Decknamen «met.» die Abschaffung der Gewissensprüfung für Zivildienstleistende in der Schweiz. Seit April 2009 muss man die Entscheidung für den Zivildienst nicht mehr mit dem Gewissen begründen, sondern heute «genügt es eben, wenn der Gesuchsteller am PC ein Formular herunterlädt, es ausfüllt und unterzeichnet einsendet». » Weiter im Text

Jan Philipp Reemtsma, Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit

Reemtsma_Nichtbescheidwissen Stichworte zur hohen Kunst des Bescheidwissens
Der Titel könnte kaum arroganter sein. Ist man durch mit dem Amüsement über die Unaussprechlichkeit, mit der Freude über die Möglichkeiten deutscher Komposita, bleibt kondensiert der Ärger über die Arroganz gegenüber jener „Mehrheit“, der ein elitäres Selbstbewusstsein gegenüber gestellt wird. Im Untertitel noch „Sechs Reden über Literatur und Kunst“ und man weiß: der Ärger ist intendiert; man soll anecken am Eliteanspruch und das ungebildete Näschen hineinstoßen in vermeintliche Suaden allgemeinen Bildungsverfalls. » Weiter im Text

Eine Literaturkritik schreiben

Bücher dürfen auch mal in hohem Bogen aus dem Fenster fliegen
Zu einem Buch muss man etwas zu sagen haben – andernfalls schreibt man besser nichts darüber. Wenn man etwas zu sagen hat, ist das aber immer noch nicht die halbe Miete. » Weiter im Text

Leseüberblicke und der Wunsch, nie zu müde zu sein

Irgendwann hatte ich angefangen mir einzureden, ich müsse in der eigenen Lektüre  Überblicke herstellen. Nun aber mal Balladen. Oder: Wiener Moderne. DAS WERK von Thomas Pynchon. Im Fokussieren auf ein Genre, eine Nationalliteratur, eine Epoche oder einen Autor schien mir das Lesen gewissermassen einen Extrawert zu bekommen. Bildungsambitionen und Vergesslichkeitsgründe waren nur zwei Elemente dieser fixen Idee. » Weiter im Text

Unbeliebte Satzzeichen, Teil 1

Satzzeichen sind etwas Wunderbares. Ohne sie würde ein Text dahinplätschern wie das Gerede eines Menschen der weder Punkt noch Komma kennt und vom Hundertsten ins Tausendste kommt und dazwischen auch noch abschweift wobei man ganz aus den Augen verliert um was es eigentlich geht und was der Haupt- und was der Nebengedanke ist. » Weiter im Text

Die gastronomische Selbstinszenierung in der Sprache

Fertigpizza

Beim Blättern in einem alten Kochbuch ist mir neulich aufgefallen, wie sehr sich die kulinarische Sprache verändert hat. Der Schweinsbraten mit Knödel und Rotkraut ist heutzutage genauso ausgestorben wie die Fleischbrühe mit Maultaschen. «Braten vom Schwein und Basilikum-Pistazien-Knödel im Rotkrautnestchen an Balsamico-Reduktion» würde es heute heißen und «Maultaschen-Carpaccio an Brühe vom Rind». » Weiter im Text

Nachdenken über Wörter

Das Herkunftswörterbuch des Duden verrät, das Wort «Neger» sei im 17. Jahrhundert erstmals in deutschen Texten aufgetaucht. Es stammt vom lateinischen «niger», «schwarz» ab. Schwarz wiederum ist verwandt mit der Sippe von lat. «sordere», was so viel wie «schmutzig sein» beziehungsweise «dunkel, schmutzfarbig» bedeutet. Die negative Bedeutung schwingt in vielen Ausdrücken und Redewendungen mit (anschwärzen, Schwarzmarkt, sich schwarz ärgern, Schwarzarbeit, schwarze Liste, schwarzes Schaf usw.). » Weiter im Text